Interview mit Peter Tresoldi

Der Berufsbildnerverband hat seit der letzten Mitgliederversammlung einen neuen Präsidenten. Peter Tresoldi hat das Amt übernommen und ist seitdem voller Elan und Tatendrang für Ihre Anliegen und Fragen in der Welt der Berufsbildung unterwegs.

Wir dürfen Sie als Präsident begrüssen. Stellen Sie sich kurz vor. Wer sind Sie und wo sind Sie beruflich anzutreffen?

Ich bin ein richtiger Berufsbildungs-Junkie. Mit meiner Firma Xitix GmbH führe ich Seminare durch, erarbeite Projektaufträge, manage Projekte und evaluiere sie. Das alles immer im Thema «Berufsbildung». Zudem arbeite ich für einen Schweizerischen Berufsverband, bei dem wir Lehrmittel für die Berufe der Landwirtschaft, der Milchwirtschaft und des Gartenbaus entwickeln, produzieren und verkaufen.

Ich liebe die Natur, interessiere mich für die Entwicklung junger Menschen und lese viel.

Welchen beruflichen Weg sind Sie bis jetzt gegangen?

Obwohl ich ursprünglich an der ETH Landwirtschaft studiert habe, bin ich seit rund 35 Jahren in der Berufsbildung tätig. Mein Einstieg war die Ausbildung zur Berufsschullehrperson. Seither habe ich aber so ziemlich alles gemacht, was man in der Berufsbildung machen kann: Lernende ausbilden, Lehrbetriebe beraten, Lehrabschlussprüfungen organisieren, Prüfungen abnehmen, Prüfungsexperten ausbilden und vieles mehr. Von 2003 bis 2009 habe ich das Amt für Berufsbildung und Mittelschulen im Kanton Uri geleitet.

Was ist Ihnen in der Berufsbildung besonders wichtig?

Mittlerweile liegen mir die Berufsbildenden besonders am Herzen. Eine Amerikanische Evaluation des Schweizer Berufsbildungssystems hat es folgendermassen zusammengefasst: «Der zentrale Erfolgsfaktor des Schweizer Berufsbildungssystems sind all die Menschen, die in den Betrieben ihre Erfahrung und ihr Wissen an die Jugendlichen weiter geben.» Unser Berufsbildungssystem steht und fällt mit den Berufsbildenden. Sie sind das wichtigste Bein am Tisch.

Was macht, Ihrer Meinung nach, einen guten Berufsbildner, eine gute Berufsbildnerin aus?

Gute Berufsbildende nehmen sich Zeit für die jungen Menschen in Ausbildung, sie nehmen die Jungen ernst und muten ihnen etwas zu.

Was ist Ihr wichtigster Führungsleitsatz?

Ich will den Lernenden Erfolgserlebnisse ermöglichen. Wenn ich als Chef alle Tore selber erzielen will und die Jungen keine Möglichkeit bekommen, auch einmal ein Tor zu schiessen, dann bin ich ein schlechter Partner.

Warum empfehlen Sie allen Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern eine Mitgliedschaft im Berufsbildnerverband?

Die Anforderungen an uns Berufsbildende steigen laufend an. Nur gemeinsam können wir den hohen Ansprüchen genügen. Wir müssen einander helfen, uns gegenseitig unterstützen und vielleicht auch Wissen austauschen. Zudem müssen wir gemeinsam kämpfen für mehr Anerkennung und mehr Wertschätzung. Diese Wertschätzung muss sich in Zukunft auch mehr im Lohn niederschlagen.

2018-11-22T12:15:31+00:002018 November 20.|News|

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